MGV Singing Kölsch-Büllesbach – Hoffnung, die singt

21. Dezember 2025

Wenn ein traditionsreicher Männergesangverein an seine Grenzen kommt, droht meist das langsame Verstummen. Doch in Kölsch-Büllesbach geschah etwas anderes: Wie ein Phoenix aus der Asche erhob sich aus dem kleinen Kreis der verbliebenen Sänger ein neuer gemischter Chor – der MGV (Mein GesangVerein) Singing Kölsch-Büllesbach. Was als mutige Idee begann, hat sich inzwischen zu einer lebendigen Gemeinschaft mit fast 50 Sängerinnen und Sängern entwickelt.

Damit ist der Chor ein Beispiel dafür, dass auch aus der Krise Neues erwachsen kann. Hoffnung wird hörbar, wenn Menschen ihre Stimmen erheben und gemeinsam singen – über Generationen, Geschlechter und Lebensgeschichten hinweg.

Diese Hoffnung durfte im laufenden Jahr auf vielfältige Weise weitertragen werden. So gestalteten wir ein Benefizkonzert für krebskranke Kinder und Jugendliche mit, um Mut und Zuversicht zu schenken. Wir begleiteten das 50-jährige Jubiläum zweier Ordensschwestern, die seit Jahrzehnten in der Asbacher Kamillus-Klinik segensreich wirken und brachten beim Fest zum 50-jährigen Bestehen eines Bonner Seniorenheims nicht nur Lieder, sondern auch viel Freude und Leichtigkeit mit. Überall durften wir spüren: Musik öffnet Herzen und verbindet Menschen – besonders dann, wenn aus einer Haltung der Hoffnung heraus gesungen wird.

Auch in unserem großen Konzert im November steht diese Botschaft im Mittelpunkt. Kölsche Lieder bilden den Kern des Programms, weil sie wie kaum etwas anderes das Lebensgefühl unserer Region ausdrücken: bodenständig, herzlich, voller Lebensfreude und zugleich mit einer tiefen Ernsthaftigkeit, wenn es um das Miteinander geht. Das Lied „Liebe gewinnt“ der Gruppe Brings erinnert daran, dass am Ende nicht Hass oder Streit, sondern nur die Liebe das letzte Wort haben kann – eine Botschaft, die gerade in unserer Zeit so nötig ist. Mit „Unser Stammbaum“ der Bläck Fööss feiern wir Vielfalt, Toleranz und Gemeinschaft und erinnern daran, dass wir alle Teile einer großen Familie sind, die sich über Generationen und Kulturen erstreckt- egal, von wo wir kommen. Und wenn wir unsere Konzerte schließlich mit dem hebräischen „Al Shlosha“ beschließen, klingt darin der Wunsch nach Frieden, Gerechtigkeit und Freundschaft nach – über alle Grenzen hinweg.

So zeigt sich: Musik kann mehr sein als Klang. Sie ist Gebet, Trost und Brücke zwischen Menschen.
In einer Welt, die oft von Unsicherheit geprägt ist, wollen wir als Chor Zeugnis geben: Hoffnung trotz Krise – sie siegt, wenn wir sie miteinander teilen.

 

(Dieser Artikel ist erschienen im Pfarrbrief  "Windhauch" des kath. Seelsorgebereiches Rheinischer Westerwald)